Hunde im Sommer – Hundstage

Wasserbedarf und Dehydration

Umgangssprachlich bezeichnen „Hundstage“ die heißeste Zeit des Jahres, auch wenn damit ursprünglich die, 30 bis 31 Tage lange, Dauer vom Aufgang des Sternbildes „Großer Hund“ (Canis Major) bis zu seiner vollständigen Sichtbarkeit gemeint war. Wie auch immer, die Bezeichnung ist nicht wirklich falsch – denn Hunde leiden extrem unter großer Hitze.

Die körpereigene Thermoregulation von Hunden (das Hecheln) funktioniert nur bis zu einer Außentemperatur von 28 Grad Celsius problemlos, um die normale Körpertemperatur von 38/39 Grad aufrecht zu erhalten. Indem sich Hunde z. B. auf einen kühlen Fliesenboden legen oder sich das Fell nass lecken, versuchen sie instinktiv sich Kühlung zu verschaffen und den Kreislauf zu schonen.

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Auch wir können aktiv dazu beitragen, unsere Hunde vor Kreislaufproblemen und Hitzschlag, mit Folgen wie irreversiblen Organschäden und akuter Lebensgefahr, zu schützen:

  • Ganz wichtig ist, an heißen Tagen für ausreichend Flüssigkeit zu sorgen, denn der Hundekörper kann nur wenig Wasser speichern. Außerdem wird, beim Kühlen des Körpers durch Hecheln, in einer Stunde bis zu einem Liter Wasser mit dem Speichel verdunstet.
  • Mehrere kleine, über den Tag verteilte, Nahrungsportionen sind an heißen Tagen verträglicher für den Hund, als ein oder zwei große Hauptmahlzeiten. Zur Erfrischung zwischendurch kann man zusätzlich ein kühles Stück Obst, z. B. Melone, oder ein selbstgemachtes Eis aus Rinderbrühe anbieten.
  • Die richtige Zeit für ausgedehnte Spaziergänge ist im Sommer der frühe Morgen oder spätabends. Also wenn es noch nicht, bzw. nicht mehr, zu heiß ist.
  • Auf sportliche Anstrengungen (z. B. Laufen neben dem Fahrrad, Joggen mit dem Hund, Agility usw.) sollte an heißen Tagen grundsätzlich verzichtet werden.
  • Rassen mit zuchtbedingt verkürzten Nasen (beispielsweise Shi Tzu, Mops, Französische Bulldogge und Englische Bulldogge) brauchen bei Hitze absolute körperliche Schonung.
  • Bei langhaarigen Hunden kann das Kürzen des Fells Erleichterung verschaffen. Jedoch sollte es nicht zu kurz geschoren werden, da das Fell als natürlicher Sonnenschutz dient.
  • Ein nasses Handtuch oder ein abgelegtes, angefeuchtetes T-Shirt sorgen an besonders heißen Tagen für Kühlung.

Außerdem nicht vergessen:
Hellfarbige Hunde sollten, zum Schutz gegen Sonnenbrand, an der Nasenspitze und an den Ohren mit Sonnencreme eingecremt werden. Vorsicht ist bei Autofahrten mit offenem Fenster geboten, denn Zugluft kann bei Hunden schmerzhafte Augenentzündungen verursachen.

Hunde an heißen Tage im Auto
Es kommt auch jeden Sommer immer wieder vor, dass Hundebesitzer ihren Hund, selbst bei großer Hitze, in geparkten Autos zurücklassen. Egal ob aus Unwissenheit oder Ignoranz, sie bringen ihr Tier damit in Lebensgefahr. Man muss bedenken, dass die Sonne im Laufe der Zeit wandert und so kann auch ein im Schatten abgestelltes Fahrzeug, für einen im Auto zurück gelassenen Hund, bald zur tödlichen Falle werden. Schon bei einer Außentemperatur von 24 Grad heizt sich das Innere im Fahrzeug, bei direkter Sonneneinstrahlung, bereits nach zwanzig Minuten auf ca. 50 Grad auf. An sehr heißen Sommertagen können im Fahrzeuginnenraum eines geparkten Autos Temperaturen von über 60 Grad entstehen.

Wie sollen wir reagieren, wenn wir einen Hund in so einer problematischen Lage bemerken? Es sollte in jedem Fall die Polizei verständigt werden. Wer eigenständig die Scheibe einschlägt, begeht eine Sachbeschädigung. Erscheint die Situation aber so dringend, dass Hundehalter oder Polizei nicht mehr rechtzeitig eintreffen würden und man entscheidet, dass einem das Leben des Tieres wichtiger ist als eine Anzeige, dann sollte man auf jeden Fall die vorausgegangene Sachlage durch Fotos oder Videos dokumentieren und sich die Adressen und Telefonnummern der anwesenden Zeugen notieren.


Bildquelle: © Studio MARMILADE / Fotolia.com


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