Training und Erziehung

Hundeerziehung

Hundeerziehung: Warum du es tun solltest!
Viele Menschen können sich ein Leben ohne Hunde gar nicht mehr vorstellen! Wir bewundern und vergöttern sie für ihre Loyalität, ihre unbegrenzte Zuneigung, ihre spielerische Ausgelassenheit und ihre Lebensfreude. Trotzdem gehören Menschen und Hunde zu ganz unterschiedlichen Rassen. Auch wenn wir sie gerne als „den besten Freund des Menschen“ bezeichnen, haben Hunde ein paar harmlose, aber doch lästige Neigungen – hochspringen bei der Begrüßung, bellen, buddeln und zerkauen – die ein Zusammenleben mit ihnen deutlich erschweren können! Um das Beste aus der Beziehung mit deinem Hund zu machen, musst du ihm also ein paar grundlegende Dinge beibringen, die dir und deinem Hund ein harmonisches Zusammenleben ermöglichen.

Die Hundeerziehung wird sowohl dein Leben, als auch das deines Hundes wesentlich verbessern, die Verbindung zwischen euch beiden stärken und die Sicherheit des Hundes gewährleisten – außerdem kann Erziehung wirklich Spaß machen. Hunde sind generell sehr lernwillig und der Schlüssel zum Erfolg liegt ganz einfach in der richtigen Kommunikation. Dein Hund sollte verstehen, warum du dieses Verhalten von ihm forderst und warum es zu seinem Besten ist, deinem Willen zu folgen.

www.fressnapf.de

Wie sollte man die Erziehung angehen?
Wenn du dich umhörst, dann werden dir die verschiedensten Ratschläge bezüglich der Hundeerziehung zu Ohren kommen. Einige Menschen vertreten die Meinung, dass eine „strenge Hand“ der Weg zum Erfolg ist, damit der Hund lernt, dass er mit ungehorsamem Verhalten nicht weiter kommt. Andere wiederum sagen, dass man nur mit Belohnung arbeiten und den Hund auf keine Art und Weise bestrafen sollte. Wieder andere schwören darauf, dass man „das Alphatier“ sein sollte und seine Position als Anführer des „Rudels“ deutlich machen muss. Da kann es leicht passieren, dass einen die Informationsflut einfach überrollt.

Unabhängig davon, für welche Methode du dich entscheidest, eine effektive Hundeerziehung hängt schlussendlich immer von der einen Sache ab – die Konsequenzen des Verhaltens deines Hundes zu kontrollieren. Wenn du Einfluss darauf haben willst, wie dein Hund sich verhält, dann musst du:

  • Gern gesehenes Verhalten belohnen.
  • Sicherstellen, dass ungewolltes Verhalten nicht belohnt wird.

Verstehen, wie ein Hund lernt
Eine der häufigsten Beschwerden von Hundebesitzern über ihren Hund ist die, dass dieser “einfach nicht hören will”. Aber versuche dich für einen Moment in deinen Hund zu versetzen. Wenn jemand am laufenden Band in einer fremden Sprache auf dich einredet, die du noch nie zuvor gehört hast, wie aufmerksam würdest du dann zuhören? Wahrscheinlich überhaupt nicht lange, denn du würdest es einfach nicht verstehen, was dieser Mensch dir sagen möchte.

Um mit deinem Hund deutlich und konsequent zu kommunizieren musst du verstehen, wie dein Hund lernt. Hunde lernen durch die sofortige Konsequenz auf ihr Verhalten. Die Art dieser Konsequenz ist entscheidend dafür, wie sie sich in Zukunft verhalten werden. Wie alle anderen Tiere (so auch Menschen) arbeiten Hunde dafür, positive Dinge zu bekommen und schlechte Dinge zu vermeiden. Hat ein bestimmtes Verhalten eine positive Konsequenz – wie Essen, den Bauch gestreichelt bekommen, spielen mit anderen Hunden oder eine Zerrpartie mit Herrchen – dann wird dein Hund dieses Verhalten wiederholt zeigen. Dies gilt auch umgekehrt, wenn ein Verhalten eine negative Konsequenz mit sich bringt – wie ignoriert zu werden, belohnende Dinge entzogen zu bekommen – dann wird der Hund dieses Verhalten in Zukunft weniger oft zeigen.

Wenn dir das Verhalten gefällt, belohne es!
Einige Erziehungsmethoden arbeiten mit Strafen, wie korrigieren mit der Leine oder lautstarkes Schimpfen, um den Hund davon abzubringen unerwünschtes Verhalten zu zeigen. Andere Methoden sind ganz darauf ausgelegt deinem Hund all das beizubringen, was du dir von ihm wünscht. Obwohl beide Methoden zum Ziel führen können, ist die zweite definitiv die effektivere Herangehensweise und für dich und deinen Hund sicherlich mit viel mehr Spaß verbunden. Mit Leckerchen, Spielen und Lob kannst du deinen Hund beispielsweise ganz einfach dazu bringen sich hinzusetzen, wenn sich euch auf dem Spaziergang andere Menschen nähern. Wenn dein Hund sitzt, dann kann er dich nicht einfach in die Richtung der Leute zerren, er wird die entgegenkommenden Leute folglich auch nicht anspringen oder ihre Arme und Beine ablecken, wenn sie in Reichweite sind. Das ist ein sehr effektives Training – ohne Schmerzen oder Einschüchterung. Alternativ kannst du die Leine deines Hundes packen und ihn auf den Boden reißen, wenn er Leute zur Begrüßung anspringt und am Ende wirst du zu dem gleichen Ergebnis kommen – kein Hochspringen mehr. Aber bedenke die möglichen Folgen:

  • Dein Hund könnte beschließen, dass Menschen gefährlich sind, da ihm jedes Mal weh getan wird wenn er diese begrüßen möchte – dann wird aus dem Hochspringen irgendwann ein Knurren und Bellen, um die Menschen von sich fernzuhalten.
  • Dein Hund könnte beschließen, dass du gefährlich bist, da du es bist der ihm immer Schmerzen zufügt, wenn er andere Leute begrüßen will.

Wenn es doch einen Weg gibt, deinen Hund zu erziehen ohne ihm weh zu tun oder ihn einzuschüchtern, warum sollte man diesen dann nicht gehen? Anstatt ihn für alles zu bestrafen, was er nicht tun soll, konzentriere dich lieber darauf ihm beizubringen was er tun soll. Zeigt dein Hund ein erwünschtes Verhalten, dann belohne ihn mit etwas, das er wirklich liebt, um ihn somit zu ermutigen sich weiterhin so zu verhalten. Du erreichst dein Ziel, ohne der Beziehung zu deinem Hund Schaden zuzufügen.

Wenn das Verhalten unerwünscht ist, entziehe die Belohnung
Der wichtigste Teil der Erziehung ist der, dass dein Hund versteht, dass es sich wirklich bezahlt macht dir zu gehorchen. Gleichzeitig sollte er auch lernen, dass unerwünschtes Verhalten keinen Nutzen für ihn mit sich bringt. Auf unerwünschtes Verhalten zu reagieren ist nicht automatisch mit Strafe oder Einschüchterung verbunden. Du solltest einfach nur strikt darauf achten, dass unerwünschtes Verhalten auf keinen Fall belohnt wird. Meistens sind die Antriebsgründe eines Hundes nicht schwer zu durchschauen. Hunde tun ganz einfach das, was letztendlich funktioniert. Hunde springen beispielsweise an Menschen hoch, weil sie so deren Aufmerksamkeit bekommen. Sie würden es lernen nicht mehr hochzuspringen, würde man sie dafür ignorieren. Du kannst dich beispielsweise einfach abwenden oder an die Decke starren, wenn dein Hund dich so begrüßt oder mit dir spielen will. Sobald er sich wieder setzt, kannst du ihm sofort deine Aufmerksamkeit schenken. Das Verhalten zu zeigen das du dir wünscht (sitzen), erzielt den Erfolg den der Hund sich wünscht (Aufmerksamkeit) und das Verhalten das du nicht magst (hochspringen), endet mit dem Verlust dessen, was der Hund will.

Kontrolliere erfolgreich die Konsequenzen
Wenn du deinem Hund beibringen willst, was er tun und lassen soll, dann behalte die folgenden Richtlinien immer im Hinterkopf:

  • Die Konsequenz muss sofort spürbar sein: Hunde leben in der Gegenwart. Anders als wir es können, kann ein Hund keine Verbindung zwischen einer vergangenen Handlung und einer späteren Konsequenz herstellen, die Reaktion muss also sofort erfolgen. Wenn du deinem Hund etwas abgewöhnen willst, dann musst du ihn sozusagen mit der Pfote in der Keksdose erwischen. Spielst du beispielsweise mit deinem Hund und dieser geht dich etwas zu heftig an, dann versuche genau in dem Moment “Aua!” zu sagen, in dem seine Zähne deine Haut berühren. Dann brich das Spiel abrupt ab. Die Nachricht kommt also sofort und ist eindeutig: Wenn die Zähne die Haut berühren, dann ist das Spiel zu Ende. Auch Belohnungen müssen sofort auf die gewünschte Handlung erfolgen. Sagen wir beispielsweise ein Kind gibt im Unterricht die richtige Antwort auf die Frage seines Lehrers, spitzt dann seinen Bleistift an, steht auf, sticht ein anderes Kind in den Arm und setzt sich wieder. Dann sagt der Lehrer: “Gute Arbeit Max!” und bietet ihm etwas Süßes an. Wofür hat Max diese Süßigkeit nun bekommen? Das Timing hier war grausam. Achte also darauf, deinen Hund sofort mit Leckerchen, Lob, Streicheleinheiten und Spiel zu belohnen, sobald er das tut, was du von ihm willst.
  • Die Konsequenzen müssen gleichbleibend erfolgen: Wenn du mit deinem Hund trainierst, dann solltest du – und jede andere Person, die mit ihm arbeitet – immer gleichbleibend auf das Verhalten des Tieres reagieren. Wenn du deinen Hund beispielsweise das eine Mal beim Hochspringen streichelst und ihn beim nächsten Mal wieder anschreist, dann kann ihn das ja nur verwirren. Woher soll der Hund wissen, wann es in Ordnung ist hochzuspringen und wann nicht?

Sei ein guter Führer
Einige Menschen sind der Meinung, dass sie einen ungehorsamen Hund nur zu einem gehorsamen Hund machen, wenn sie dominant sind und zeigen wer der Boss ist. Das “Alphatier-Konzept” beruht in der Hundeerziehung aber mehr auf einem Mythos, als auf Forschungsergebnissen. Es bringt fehlgeleitete Hundebesitzer sogar dazu Techniken anzuwenden, die keinesfalls sicher sind, wie die “Unterwerfungsrolle”. Dabei wird der Hund gewaltsam auf den Rücken gerollt, was ihm Angst macht und ihn verwirrt und manchmal sogar dazu führt, dass der Hund aus Selbstschutz um sich beißt.

Denke daran, das “Alphatier-Konzept” nicht weiter zu verfolgen bedeutet nicht, dass dein Hund alles tun und lassen darf, was er will. Es ist völlig in Ordnung der Chef zu sein und die Regeln vorzugeben – aber das funktioniert ebenso gut ohne jeglichen Konflikt. Sei ein gutmütiger Chef, kein Tyrann. Gute Führung beruht nicht auf Dominanz und Machtspielchen. Es geht darum das Verhalten des Hundes, mit dem Zugang zu Dingen die der Hund haben will, zu kontrollieren. DU hast die unersetzlichen Daumen, die Dosen öffnen, Türklinken nach unten drücken und Tennisbälle schmeißen können! Nutze dies zu deinem Vorteil. Wenn dein Hund nach draußen möchte, dann fordere ihn auf sich zu setzen, bevor du die Türe öffnest. Wenn dein Hund essen möchte, dann verlange, dass er sich hinlegt, um sich das Essen zu verdienen. Dein Hund will unbedingt raus zu einem Spaziergang? Wenn er an dir hochspringt und ganz aufgeregt ist vor Freude, dann warte so lange, bis er sich wieder beruhigt hat und sich hinsetzt. Dann erst lege ihm die Leine an und gehe spazieren. Dein Hund wird mit Vergnügen alles tun, was zu den Dingen führt, die er am meisten liebt. So lernt der Hund, dass er sich alles ganz einfach erarbeiten kann, indem er das tut, was du von ihm verlangst.

Neue Fähigkeiten antrainieren
Es ist ganz einfach gutes Verhalten zu belohnen, wenn du dich darauf konzentrierst deinem Hund bestimmte Dinge anzutrainieren. Hunde können eine Vielzahl an Gehorsamkeitsübungen und unterhaltsamen Tricks erlernen. Die Entscheidung, was dein Hund können soll, hängt dabei stark von deinen Interessen und deinem Lebensstil ab. Wenn dein Hund sich anständig benehmen soll, dann kannst du ihm Dinge wie “Sitz”, “Platz”, an der Tür warten, “Aus”, auf Abruf kommen und “Bleib” beibringen. Willst du die Ausflüge mit deinem Hund angenehmer gestalten, dann kannst du die Leinenführigkeit üben, ohne Ziehen. Wenn du einen sehr aktiven Hund hast, der viel Energie abbauen muss, dann kannst du ihm das Apportieren beibringen, Zerrspiele mit ihm machen oder eine Hundesportart wie Agility, Rally Obedience, Freestyle und Flyball ausüben. Möchtest du deine Freunde beeindrucken oder einfach nur eine schöne Zeit mit deinem Hund gemeinsam verbringen? Dann kannst du mit dem Clicker- oder dem Trick-Training anfangen. Die Möglichkeiten sind endlos!

Trainings-Tipps
Wenn du dich für etwas entschieden hast, was du deinem Hund beibringen möchtest, dann kannst du nun mit dem Training beginnen. Um das Lernpotential voll auszuschöpfen und sicherzustellen, dass ihr beide Spaß an dem gemeinsamen Training habt, behalte die folgenden Tipps im Hinterkopf:

  • Wenn du einen neuen Trick einstudieren willst, halte das Training möglichst kurz und knackig: Wie Kinder haben Hunde eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es gibt hierfür keine feste Regelung, aber die ideale Trainingseinheit dauert 15 Minuten oder kürzer. Während dieser Einheit kannst du bei einem Trick bleiben oder zwischen verschiedenen hin- und herwechseln. Um es für den Hund interessant zu gestalten, übe eine Sache zwischen 5 und 15 Mal und gehe dann zur nächsten über. Du kannst auch neue Tricks einstudieren und gleichzeitig die alten auffrischen, indem du diese über den Tag verteilt immer wieder abfragst. Bevor dein Hund also beispielsweise seinen Kauknochen bekommt, lasse ihn “Sitz” oder “Platz” machen.
  • Höre dann auf, wenn es gut läuft: Beende die Trainingseinheit mit einem positiven Erlebnis, einem Trick den dein Hund besonders gut kann beispielsweise und stelle sicher, dass die Einheit beendet ist, bevor einer von euch müde, gelangweilt oder frustriert wird.
  • Für Hunde ist Deutsch eine zweite Sprache: Hunde werden nicht mit Deutschkenntnissen geboren. Sie können spezifische Wörter, wie “Sitz” und “Lauf” und “Leckerli” lernen, aber wenn die Menschen diese Wörter in ganze Sätze verpacken, dann kann es für den Hund schwierig sein dies zu verstehen. Außerdem kann es zu Verwirrung kommen, wenn man für eine Sache verschiedene Ausdrücke verwendet. Oftmals verwirren die Menschen Ihren Hund, weil sie einmal sagen: “Bodo, Sitz!” und beim nächsten Mal “Bodo, hinsetzen!”. Dann fragen sie sich auch noch, warum Bodo nicht wie sonst auch auf das Kommando reagiert. Wenn du deinem Hund ein Handzeichen oder ein Kommando beibringst, dann beschränke dich hierfür auf einen Satz oder ein Wort und stelle sicher, dass du dieses ganz deutlich und unverändert verwendest.
  • Mache ganz kleine Schritte: Wie der Mensch auch, so lernt der Hund am besten, wenn die neue Aufgabe in kleine Bruchstücke unterteilt wird. Du kannst beispielsweise keinen Line Dance aufführen, wenn du vorher nicht die individuellen Schritte geübt hast. Wenn du deinem Hund etwas Neues beibringen willst, dann beginne mit einem ganz leichten ersten Schritt und erhöhe dann den Schwierigkeitsgrad. Soll dein Hund beispielsweise lernen zu bleiben, dann fordere dies erst einmal für nur 3 Sekunden. Nach ein paar Übungseinheiten, verlangst du 8 Sekunden. Schafft dein Hund die 8 Sekunden ohne Probleme, dann erhöhe den Schwierigkeitsgrad auf 15 Sekunden. Innerhalb der darauffolgenden Woche oder 2 Wochen erhöhe die Dauer noch einmal von 15 auf 30 Sekunden, dann auf eine Minute bis hin zu mehreren Minuten, etc.. Durch das systematische Training und das langsame Erhöhen der Schwierigkeitsstufe hilfst du deinem Hund schneller zu lernen und dies langfristig gesehen zu behalten.
  • Arbeite an nur einer Aufgabe: Viele Fähigkeiten, die wir unserem Hund beibringen wollen, können ganz schön komplex sein. Wenn du deinem Hund also ein solides “Sitz” beibringen willst, dann musst du ihm beibringen sitzen zu bleiben, bis du Ihn frei gibst (Dauer), er soll außerdem sitzen bleiben, auch wenn du dich von ihm weg bewegst (Entfernung), und er soll sitzen bleiben, wenn um ihn herum alles Mögliche passiert (Ablenkung). Es wird euch höchstwahrscheinlich beide frustrieren, wenn du ihm das alles auf einmal beibringen willst. Fange also erst einmal mit einem Teil der Aufgabe an und wenn dein Hund diesen gemeistert hat, füge den nächsten Teil hinzu. Zuerst arbeitest du also beispielsweise an der Dauer. Hat dein Hund es gelernt, an einem ruhigen Ort ohne Ablenkungen still sitzen zu bleiben so lange du neben ihm stehst, dann fahre mit dem Training fort, indem du dich nun ein Stück fort bewegst. Wenn du zu dieser neuen Stufe übergehst, achte darauf, deinem Hund nur für ein paar Sekunden das Bleiben abzuverlangen. Schafft dein Hund es schließlich ruhig sitzen zu bleiben, während du dich im Raum bewegst, erhöhe die Dauer der Übung. Anschließend kann die nächste Stufe des Trainings erfolgen und du kannst in eine Ablenkungsreichere Umgebung wechseln. Auch hier gilt, wenn eine neue Schwierigkeit, wie Ablenkungen aus der Umwelt, hinzukommt, dann erleichtere erst einmal die bereits geübte Dauer und die Distanz für eine Weile. Wenn du also nacheinander die einzelnen Teile trainierst, bevor du diese zusammenfügst, dann kann dein Training zu einem vollen Erfolg werden.
  • Wenn du an Schwierigkeiten gerätst, gehe ein paar Schritte rückwärts: Bringst du deinem Hund gerade etwas Neues bei und es scheint keinen Fortschritt mehr zu geben, dann hast du den Schwierigkeitsgrad womöglich zu schnell erhöht. Das Gleiche gilt, wenn du ein Verhalten abfragst, das dein Hund vielleicht schon eine ganze Weile nicht mehr tun musste, dann kann dies ein wenig eingerostet sein und dein Hund benötigt wieder etwas Starthilfe, um sich zu erinnern. Wenn du solche Trainingsherausforderungen angehst, dann frische das Gedächtnis deines Hundes einfach damit auf, dass du die ersten Wiederholungen einfacher gestaltest. Gehe zu einem Schritt zurück, den dein Hund definitiv fehlerfrei beherrscht und übe diesen ein paar Mal, bevor die Schwierigkeit wieder erhöht wird.
  • Übe überall und mit jedermann: Wenn du im Klassenzimmer gelernt hast, dass zwei plus zwei gleich vier ergibt, dann wirst du diese Information immer mit dir tragen. Hunde lernen jedoch sehr spezifisch und können das Erlernte nicht automatisch in einer neuen Situation und an neuen Orten abrufen, so wie wir es können. Wenn du deinem Hund also in der Küche beigebracht hast sich aufs Wort hinzusetzen, dann hast du einen Hund der ganz toll in der Küche Sitz machen kann. Es kann jedoch vorkommen, dass er das Kommando an einem anderen Ort nicht versteht. Wenn du möchtest, dass dein Hund das Erlernte in jeglicher Situation abrufen kann, dann musst du an vielen verschiedenen Orten üben. Daheim, im Garten, auf Spaziergängen, bei Freunden, im Park und überall wo du mit deinem Hund hingehst.
  • Nutze echte Belohnungen: Achte darauf, dass du deinen Hund mit etwas belohnst, das dieser tatsächlich als Belohnung ansieht. Einige Hunde arbeiten vielleicht im Wohnzimmer gerne für einfaches Trockenfutter, aber im Park ignorieren sie dies völlig. Denn im Park sind die Ablenkungen der Umwelt viel stärker, es fällt deinem Hund also viel schwerer dort aufmerksam zu sein. Mache es ihm dementsprechend schmackhaft, indem du ihm kleine Hühnchenfleischstücke oder Käse anbietest oder er zur Belohnung von der Leine darf, um mit den anderen Hunden zu spielen. Vergiss außerdem nicht, dass die Dinge, die dein Hund als Belohnung ansieht zeitweise unterschiedlich sind. Nach dem Essen ist ein Kraulen hinter den Ohren oder eine Runde Zerrspiel beispielsweise am belohnendsten. Hat dein Hund seit einer Weile nichts gegessen, so wird er sicherlich hochmotiviert für Leckerlis arbeiten.
  • Sei geduldig: Deinen Hund zu erziehen wird einen gewissen Zeitanspruch und eine gewisse Anstrengung mit sich bringen – aber es kann eine Menge Spaß für dich und für ihn bedeuten. Und letztendlich wird sich die harte Arbeit auszahlen. Mit Geduld und Beständigkeit kannst du und dein Hund gemeinsam Großartiges erreichen.

Etwas Prävention
Wenn dein Kleinkind immer wieder seine Finger in eine offene Steckdose stecken würde, was würdest du tun? Würdest du dich mit deinem Kind zusammensetzen und ihm erklären, warum das keine so gute Idee ist? Würdest du es jedesmal dafür schlagen? Nein. Du würdest vielmehr eine Sicherheitsvorrichtung kaufen. Voilà! Problem gelöst. Prävention ist oftmals die beste Lösung. Bei der Hundeerziehung kann es oft der einfachste Weg sein unerwünschtes Verhalten zu unterbinden, indem du verhinderst, dass es überhaupt geschieht. Fällt dein Hund regelmäßig über den Mülleimer in der Küche her, dann kannst du ihm das wochenlang abtrainieren oder du stellst den Mülleimer ganz einfach an einen Ort, zu dem dein Hund keinen Zugang hat. Prävention spielt auch dann eine Rolle, wenn du deinem Hund beibringen willst eine Sache, anstelle einer anderen, zu tun. Wenn du deinen Hund beispielsweise stubenrein machen willst, dann ist es einfacher im Haus mit einer Kiste zu arbeiten, die deinen Hund daran hindert drinnen sein Geschäft zu machen, während du dich hauptsächlich darauf konzentrierst, dass er draußen motiviert wird, sein Geschäft zu verrichten.

Lasse deinen Hund, Hund sein
Viele Verhaltensprobleme können damit gelöst werden, indem du deinem Hund einen “legalen” annehmbaren Weg zeigst, wie er seinen natürlichen Impulsen folgen kann. Es gibt einige Dinge, die dein Hund einfach tun muss. Anstatt es deinem Hund also abzugewöhnen zu kauen, alles in den Mund zu nehmen und sich zu Hause völlig wild zu verhalten, kanalisierst du diese Bedürfnisse in die richtige Richtung. Erhöhte physische Anstrengung und mentale Forderung können das Training perfekt ergänzen.


Bildquelle: © Jana Behr / Fotolia.com


Das könnte Dich auch interessieren

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar